Praxis für Hypnosetherapie und Hypnobirthing Angela Blumberger Diplom-Psychologin

...Nach der Geburt - Begleitung bei Babyblues 

 

Nach der Geburt – genauer gesagt nach der Nachgeburt, der „kleinen Geburt der Plazenta“ – kommt es zu einem raschen Hormonabfall. Dieser zeigt sich bei vielen frischgebackenen Müttern um den dritten Tag nach der Geburt in einer deutlich erhöhten Sensibilität. Dieses Erleben wird häufig als Babyblues bezeichnet.

Manche beschreiben Frauen in dieser Phase abwertend als „mimosenhaft“. Dabei ist die Mimose ein sehr passendes Bild: Die Mimosa pudica reagiert äußerst sensibel auf Berührung, Temperaturveränderungen, Erschütterung und Licht. Sie zieht ihre Blätter ein und schützt sich. Gleichzeitig besitzt sie Dornen – sie ist sensibel und wehrhaft zugleich.

Erlauben Sie sich, in dieser Zeit wie eine Mimose zu sein: empfindsam, aufmerksam und zugleich schützend sich selbst gegenüber.

In der Regel klingt diese Phase innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Wenn jedoch auch nach etwa zwei Wochen weiterhin starke Stimmungsschwankungen bestehen, Sie viel weinen, sich innerlich leer fühlen oder Ihr Baby Ihnen fremd bleibt, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

In der therapeutischen Begleitung geht es zunächst darum, Gefühle und innere Impulse auszusprechen, anzunehmen und einzuordnen. Manchmal werden durch die Geburt eigene frühe Erfahrungen aktiviert, die sich über Körperempfindungen oder Gefühle bemerkbar machen. Auch Fragen nach der eigenen Rolle als Mutter, nach Identität und Selbstvertrauen können in dieser Phase auftauchen.

Da es bei dieser Arbeit um eine gelingende Verbindung zwischen Mutter und Kind geht, kann es hilfreich sein, Ihr Baby zur Behandlung mitzubringen.

 

Eine Hebamme bat mich um Unterstützung bei einer Frau, die vor vier Wochen ihr zweites Kind entbunden hatte, sie befürchtete, die Frau könne eine postpartale Depression entwickeln, also eine schwere Depression nach der Geburt eines Kindes.
Die sehr ängstlich und angespannt wirkende Frau kam in Begleitung ihres sehr besorgten Mannes, der mir wiederum durch seine spärliche Kopfbehaarung auffiel. Darauf angesprochen erwähnte er fast beiläufig, dass er Krebs hätte und ihm durch die Chemotherapie die Haare ausgefallen seien, um dann weiter über seine Frau zu sprechen. Die Frau hatte panische Angst, psychotisch zu werden und in die Klinik zu müssen, wo sie partout nicht hin wollte. Durch dieses panische Verhalten wurde wiederum der Mann zwangsläufig als Vater in seine Pflicht gerufen. Mein Eindruck war, dass diese Familie hier auf besondere Art und Weise mit Geburt und Sterben, Leben und Tod, Überlebenskampf und Resignation konfrontiert war. Ich normalisierte das Verhalten. Außerdem erfuhr ich noch von einer vorherigen Fehlgeburt im 6. Monat. Nach dieser Sitzung kam die Frau nicht mehr, als ich anrief war sie gerade unterwegs, ich ließ ihr telefonisch Grüße ausrichten.
Nach zwei Jahren fragte ich in einer Email nach: Ihr würde es sehr gut gehen, nach einer Woche sei die postpartale Depression weg gewesen.

 

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