...Hypnobirthing, eine hypnosystemische Geburtsvorbereitung...
... in 4 + 1 Schritten
Hypnose in der Geburtsvorbereitung ist kein neues Verfahren. Zwischen 1920 und 1960 wurden in vielen europäischen Ländern Entbindungen mit Hypnose begleitet. In Russland existierten um 1950 sogar sogenannte Hypnotarien – spezielle Geburtshäuser, in denen Frauen mittels (Selbst-)Hypnose auf die Geburt vorbereitet wurden. Auch Frédérick Leboyer lernte zunächst die hypnotische Geburtsvorbereitung kennen, bevor er daraus sein Konzept der „sanften Geburt“ entwickelte.
Die hypnomentale Geburtsvorbereitung findet üblicherweise im dritten Trimenon (7.–10. Schwangerschaftsmonat) statt und umfasst vier Sitzungen vor der Geburt sowie einen fünften Termin danach.
Die ersten beiden Sitzungen finden in der Regel mit der Schwangeren allein statt. Zur dritten und vierten Sitzung kann der Partner oder die Partnerin nach vorheriger Absprache gerne dazukommen.
Sie erhalten zusätzlich von mir eingesprochene Audio-Dateien (mp3) zur Selbsthypnose für zu Hause. Nach der Geburt vereinbaren wir einen fünften Termin zum Nachklingen und Einordnen der Geburtserfahrung – auf Wunsch auch per Video.
Hypnotische Geburtsvorbereitung als mentales Training zeigt laut mehreren Studien folgende Wirkungen:
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Senkung der Kaiserschnittrate
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Reduktion des Einsatzes von Schmerzmitteln und Anästhetika
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geringeres Auftreten eines sogenannten Babyblues
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Förderung der Mutter-Kind-Bindung
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Stärkung von Körpervertrauen, Selbstwirksamkeit und innerer Sicherheit
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positive Effekte auf den Milchfluss
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verbesserte Entspannungsfähigkeit
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häufig eine Verkürzung der Eröffnungsphase
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geringere Erschöpfung während der Geburt
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keine Beeinträchtigung der Uterusaktivität
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aktive Mitarbeit der Gebärenden bleibt möglich
Mein Anliegen ist es, Sie während Schwangerschaft und Geburt mental zu begleiten – vergleichbar mit einem Coaching. Ziel ist es, die Selbsthypnose so individuell und passgenau zu entwickeln, dass meine persönliche Anwesenheit bei der Geburt nicht notwendig ist.
Eine Frau, die ihre erste Geburt als belastend erlebt hatte und sich bei ihrer zweiten Schwangerschaft für Hypnobirthing entschied, schilderte mir ihre Erfahrung in einem längeren Brief. Mit ihrer ausdrücklichen Erlaubnis veröffentliche ich hier einen Auszug:
„(...) Unter der Geburt fiel es mir dann sehr leicht in Trance zu gehen, das kam mit einer gewissen Wehenstärke einfach von selbst und ich musste kein „Verfahren“ anwenden. Ich spürte generell eine große Bereitschaft, schnell nach Bildern zu suchen und diese auch als Trancereise anzuwenden. Während der ersten heftigen Phase lag ich im Entspannungsbad und atmete plötzlich einen machtvollen Sturm von Rosenduft und –blättern durch meinen Muttermund in meinen Körper und füllte diesen dadurch mit jedem Atemzug mit Wohlgefühl und „Rosenfarben“. Gleichzeitig streichelte ich mit diesem Atemstrom mein Kind und ermunterte es, sich „rauswehen“ zu lassen von dem kräftigen Wind da in meinem Körper.(...) Mir kam dann in den Sinn, ich wäre eine 150 KG schwere Opernsängerin im wallenden Gewand, die vor einem gefüllten Stadion auf der Bühne steht und Arien schmettert... Tatsächlich habe ich dann pro Wehe in einem Atemzug (!) lange Töne gesungen, mal in rot, mal in orange, mal in grün, mal auf A, mal auf O, mal auf E usw... (...) DER SCHMERZ WAR WEG!!! (...) Diese Geburt war einfach ein Geschenk und eine schöne Abrundung/Vervollständigung dessen, was nach meiner ersten Geburt noch offen geblieben war und eben noch nicht als nur „gut“ abgespeichert worden war. (...)“
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die hypnotische Geburtsvorbereitung weder den regulären Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebamme noch die medizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen ersetzt. Sie versteht sich als sinnvolle Ergänzung der Angebote der Krankenkassen.
Literaturhinweise
Liz Lorenz-Wallacher, „Schwangerschaft, Geburt und Hypnose: Selbsthypnosetraining in der modernen Geburtsvorbereitung“, Carl-Auer 2003
Helga Hüsken-Janssen, „Hypnotherapeutische Geburtsvorbereitung: Studie zur Wirksamkeit der hypnoreflexogenen Methode nach Schauble“, Lang 2005
Marie F. Mongan, „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode“, Mankau 2011
Alexandra Kopf, "Traumgeburt - Gelassenheit, Entspannung und Schmerzkontrolle durch Selbsthypnose", Carl-Auer 2015
